Wenn ein Spiel gegen Abstiegskonkurrentinnen verloren geht, kann niemand zufrieden sein. Trotzdem: Die Leistung gegen Zürisee United war nicht so schlecht, wie das Resultat sich anfühlte. Die Losung: Weiterkämpfen.
Nach der 8:0-Klatsche in Wädenswil war es mental nicht einfach, in dieses wichtige Spiel hineinzukommen. Dennoch gelang das den Blues zunächst ganz ordentlich. Schon in der 3. Minute konnte Ale allein auf Annika Russmanns Tor ziehen, aber die Schlussfrau der Gäste blieb Siegerin. Noch in der Startviertelstunde erarbeitete sich das Heimteam weitere Chancen, zuerst nach einem perfekten Seitenwechsel von Anja auf Sabi (9.) und dann als Anja fast von der Grundlinie abzog (10.). Danach wurden die Gäste stärker und überzeugten mit ihrem Umschaltspiel, welches ihnen mal für mal eine Überlegenheit in der Offensivzone bescherte. Einen ersten Versuch konnte Joëlle noch mit einem Hechtsprung parieren (17.), dann aber gelang Anouk Pfammatter mit einem Schlenzer in der 26. Minute das 0:1. Als dann Anna Lisa Löser nur wenig später die weit vor dem Tor postierte Joëlle mit einem Briefkasten erwischte, ahnte man schon Böses. Es kam auch noch das Malheur dazu, dass der Schiedsrichter bei einem Pass Nurias auf die völlig freie Sabi zu Unrecht auf Offside entschied. Etwas zu grosszügig war dann auf der anderen Seite der Penalty-Entscheid in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zu unseren Gunsten. Leonie F. brachte mit dem 1:2 die Hoffnung zurück.
Auch in der zweiten Hälfte waren die Blausterne - gezwungenermassen - das aktivere Team, auch wenn es vor dem Tor der Gäste nicht oft richtig brenzlig wurde. Am ehesten lässt sich das noch vom Lauf Mores in der 61. Minute sagen, als Carina Zwimpfer mit einer gelungenen Grätsche den Abschluss verhindern konnte. Alle Bemühungen brachten kein weiteres Tor.
Die Niederlage könnte Folgen haben, denn jetzt liegt Zürisee nur noch einen Punkt hinter uns, und auch Schlieren 2 hat mit einem 3:3 in Gambarogno gepunktet. Der Frust kam nach dem Spiel auch recht deutlich zum Ausdruck. Frau sollte den negativen Ausgang aber nicht überbewerten. Bestimmt haben die Ferienabwesenheiten der Organisation nicht gut getan, aber die Trainingspräsenz oder die mentale Bereitschaft gaben kaum den Ausschlag. Vor dem vorausgegangenen Match erzählte Wädenswil-Trainer Remo Meyer, dass die Tabellenführerinnen noch immer nur zweimal pro Woche trainieren. Gespielt haben sie aber wie die sicheren Aufsteiger, randvoll mit dem Zaubertrank des Selbstvertrauens. Es gibt daher keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Wenn unserTeam tut, was es kann, und bereit ist, das zu geben, was für den Erfolg nötig ist, wird es diesen auch wieder haben.
FC Blue Stars Zürich Frauen 1968 - Zürisee United 1:2 (1:2)
SR Antonio Paolucci